In der Finanzmarktkrise sind die Werte der Genossenschaftsbanken aktuell wie nie

Banken Deutschland(djd). Die Geschäftspolitik der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken ist in der Bevölkerung und in den Unternehmen beliebter denn je. So zeichneten die Top-Manager der deutschen Wirtschaft im Rahmen des Handelsblatt-Businessmonitors die Volksbanken und Raiffeisenbanken mit der Bestnote 1,6 aus. Auch die Entwicklung der Institute im Oktober 2008 zeigt: Die Genossenschaftsbanken konnten ihr Kundeneinlagegeschäft im Vergleich zum Vormonat um 14,8 Milliarden Euro steigern und lagen mit dieser Zunahme um 3,4 Prozent in diesem Zeitraum branchenweit an der Spitze.

In der internationalen Finanzmarktkrise besinnen sich viele auf das bewährte und solide Genossenschaftsmodell. Die Mitgliedsbanken des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) erleben deshalb einen enormen Zulauf an Kunden, sie erweisen sich als stabile Säulen im Markt. Was aber macht den Erfolg dieses Modells aus?

In Stadt und Land sorgen Volksbanken und Raiffeisenbanken dafür, dass die Bundesbürger überall mit Bankdienstleistungen versorgt werden und kein Kunde weite Wege bis zur nächsten Filiale zurücklegen muss. „Rund 1.200 Genossenschaftsbanken mit weit über 12.000 Bankstellen gibt es in Deutschland, von Flensburg bis Garmisch und von Aachen bis Görlitz“, erläutert Uwe Fröhlich, Präsident des BVR. „Wir betreuen rund 30 Millionen Kunden: Privatkunden aller Alters-, Berufs- und Einkommensklassen sowie mittelständische Firmenkunden, die das gesamte Spektrum der gewerblichen Wirtschaft abdecken.“

Wem gehört eigentlich meine Bank?

Die Finanzmarktkrise wirft bei vielen Bürgern zahlreiche Fragen auf. Wem gehört eigentlich meine Bank und wer verdient, wenn sie Gewinn macht? Bei den Genossenschaftsbanken ist die Antwort einfach: Jeder Kunde kann genossenschaftliches Mitglied bei der Bank vor Ort werden. Die über 16 Millionen Mitglieder sind die Anteilseigner und damit Mitbesitzer der Bank. „Sie alle haben auf der Generalversammlung der Bank eine Stimme – unabhängig von der Höhe der Kapitalbeteiligung“, betont Uwe Fröhlich. Wichtige Entscheidungen werden also vor Ort getroffen und nicht in einer Konzernzentrale in Frankfurt oder London. Volksbanken und Raiffeisenbanken wollen wie jede Bank erfolgreich und profitabel arbeiten. Da sie aber per Genossenschaftsgesetz verpflichtet sind, für das Wohl ihrer Mitglieder zu handeln, sind sie nicht auf reine Gewinnmaximierung aus. Diese Geschäftsphilosophie hat sich besonders in der Finanzmarktkrise bewährt.

Die Genossenschaftsbanken beschäftigen nicht nur insgesamt rund 160.000 Mitarbeiter, sondern sie zählen außerdem zu den großen Ausbildern bundesweit. Allein 2007 absolvierten fast 10.000 Berufsanfänger dort eine Ausbildung. Auch die Förderung gesellschaftlicher Belange – beispielsweise in den Bereichen Jugend, Sport und Kultur – haben sich die Volksbanken und Raiffeisenbanken, selbst einmal von Sozialreformern gegründet, auf die Fahnen geschrieben. BVR-Präsident Uwe Fröhlich: „Der Schwerpunkt liegt dabei nicht in elitärer Spitzenförderung, sondern in der Unterstützung der breiten Bevölkerung in Form des nachhaltigen Engagements vor Ort, für die Menschen in der Region.“
Foto: djd/BVR 1/2009

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